Heuschnupfen bei Hunden und Katzen: Alles, was Sie wissen müssen

7. Apr 2025by Thomas Vreeburg

Heuschnupfen ist nicht nur für Menschen lästig. Auch Hunde und Katzen können unter Pollen und anderen Allergenen in der Luft leiden. Es kommt häufiger vor, als man denkt, und die Symptome können für Ihr Haustier sehr unangenehm sein. Dieser Blogbeitrag erklärt Ihnen alles Wissenswerte über Heuschnupfen und Pollenallergien bei Hunden und Katzen: von Ursachen und Symptomen bis hin zu Lösungen und Tipps, wie Sie Ihrem Tier das Leben angenehmer gestalten können.

Hund auf einer Wiese voller Blumen und Pollen

Was genau ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf Pollen von Bäumen, Gräsern und anderen Pflanzen. Beim Menschen äußert sich dies häufig durch Niesen, tränende Augen und eine laufende Nase. Bei Haustieren sind die Symptome anders. Anstelle von Atemwegsbeschwerden entwickeln Hunde und Katzen oft Hautprobleme oder Juckreiz. Dies wird auch als Atopie bezeichnet: eine allergische Reaktion, die die Haut betrifft.

Was verursacht Heuschnupfen bei Hunden und Katzen?

Die Hauptursachen von Heuschnupfen sind:

  • Bäume (wie Birke, Eiche und Erle)

  • Gräser (besonders im Sommer)

  • Kräuter (wie Beifuß oder Brennnessel)

Ihr Haustier kann diese Allergene einatmen oder über die Haut aufnehmen. Manche Tiere sind von Natur aus anfälliger für Allergien. Diese Veranlagung kann erblich bedingt sein, aber auch Umweltfaktoren spielen eine Rolle.

Wann tritt Heuschnupfen bei Hunden und Katzen am häufigsten auf?

Die Pollen, auf die Ihr Haustier reagieren kann, sind saisonabhängig. Die Heuschnupfensaison dauert in der Regel vom frühen Frühling bis zum Spätsommer.

  • März - Mai: Bäume wie Birke und Erle verbreiten Pollen

  • Mai bis Juli: Gräserpollen dominieren

  • Juli - September: Kräuter wie Beifuß verursachen Beschwerden.

Je nach Empfindlichkeit Ihres Haustieres können die Symptome zu unterschiedlichen Jahreszeiten auftreten. Manche Tiere leiden sogar ganzjährig unter Symptomen, beispielsweise wenn sie auch gegen Hausstaubmilben oder Schimmelpilze allergisch sind.

Welche Symptome treten bei Heuschnupfen bei Haustieren auf?

Bei Hunden und Katzen äußert sich Heuschnupfen oft anders als beim Menschen. Achten Sie auf folgende Symptome:

Hunde mit Heuschnupfensymptomen

  • Übermäßiges Kratzen oder Lecken

  • gerötete oder gereizte Haut

  • Juckreiz an Beinen, Ohren oder Bauch

  • Haarausfall oder Krusten

  • Ohrenentzündungen (oft wiederkehrend)

  • Tränen oder Rötungen um die Augen

Katzen mit Heuschnupfensymptomen

  • Häufiges Waschen oder Lecken, insbesondere am Bauch und an den Pfoten.

  • Rote, kahle Stellen im Fell

  • Niesen oder Kurzatmigkeit (selten)

  • Juckreiz an Kopf oder Ohren

  • Krusten oder Wunden auf der Haut

Die Symptome können anfangs mild sein, sich aber mit zunehmender Pollenbelastung und fehlender Behandlung verschlimmern. Achten Sie besonders im Frühling und Sommer auf Verhaltensänderungen oder Veränderungen im Fellpflegeverhalten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund oder Ihre Katze Heuschnupfen hat, sollten Sie Ihren Tierarzt aufsuchen. Die Diagnose beginnt in der Regel mit dem Ausschluss anderer Ursachen wie Flohallergien oder Futtermittelunverträglichkeiten. Der Tierarzt kann dann:

  • Führen Sie einen Hauttest oder Bluttest auf Allergien durch.

  • Erstellung eines Behandlungsplans auf Grundlage der Symptome

  • Bei Bedarf einen Tierarzt für Dermatologie hinzuziehen.

Katze mit Juckreiz in der Natur

Wie kann man Heuschnupfen bei Haustieren behandeln?

Genau wie beim Menschen gibt es auch bei Hunden und Katzen keine dauerhafte Heilung für Heuschnupfen, aber glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten, die Symptome zu lindern oder zu kontrollieren. Hier sind einige Behandlungsoptionen:

1. Medikamente gegen Heuschnupfen

  • Antihistaminika: können Juckreiz und Reizungen lindern.

  • Kortikosteroide: starkes entzündungshemmendes Medikament, nur bei schweren Beschwerden

  • Juckreizstillende Medikamente: wie z. B. Oclacitinib (z. B. Apoquel) oder Ciclosporin

2. Desensibilisierung (Immuntherapie)

Bei dieser Behandlung erhält Ihr Haustier regelmäßig Injektionen oder Tropfen mit geringen Mengen des Allergens, sodass der Körper weniger stark reagiert. Dies kann langfristige Linderung verschaffen, die Wirkung ist jedoch erst nach einigen Monaten spürbar.

3. Lokale Versorgung

  • Medizinische Shampoos zur Beruhigung der Haut ( Hundeshampoo )

  • Ohrreiniger zur Vorbeugung von Infektionen

  • Salbe oder Creme gegen Juckreiz ( Vetramil )

4. Anpassungen im Wohnumfeld

  • Lassen Sie Ihr Haustier seltener im Gras liegen.

  • Pfoten und Bauch nach dem Spaziergang abwischen

  • Waschen Sie den Korb, die Decken und das Spielzeug regelmäßig.

  • Verwenden Sie Luftreiniger oder Pollenfilter in Ihrem Zuhause.

Tipps zur Vermeidung oder Reduzierung von Beschwerden

Neben der Behandlung gibt es vieles, was Sie als Besitzer tun können, um Ihrem Hund oder Ihrer Katze zu helfen:

  1. Behalten Sie den Pollenflugbericht im Auge. An Tagen mit hoher Pollenbelastung sollten Sie Spaziergänge auf den Morgen oder Abend beschränken.

  2. Offene Wunden sollten unbedingt mit einer Wundsalbe auf Honigbasis wie z. B. Vetramil behandelt werden.

  3. Lassen Sie Ihr Haustier nicht im Gras oder auf blühenden Pflanzen wälzen. Es mag harmlos erscheinen, führt aber zu einer direkten Exposition.

  4. Reinigen Sie das Fell regelmäßig. Ein feuchtes Tuch hilft, Pollen zu entfernen.

  5. Sorgen Sie für eine nährstoffreiche Ernährung. Eine gesunde Hautbarriere hilft, Allergien besser abzuwehren. Bei Milo führen wir ausschließlich die besten Hunde- und Katzenfuttermarken .

  6. Achten Sie auf Kratz- oder Leckverhalten. Je früher Sie eingreifen, desto besser können Sie die Symptome lindern.

Wann sollte man zum Tierarzt gehen?

Wenden Sie sich immer an Ihren Tierarzt, wenn:

  • Juckreiz oder Hautprobleme verschlimmern sich schnell

  • Ihr Haustier bekommt Wunden oder kahle Stellen

  • Die Ohren werden rot, schmerzhaft oder schmutzig

  • Ihrem Tier geht es offensichtlich nicht gut.

Eine frühzeitige Behandlung verhindert Schlimmeres und macht das Leben für Sie und Ihr Haustier deutlich angenehmer.

Endlich

Heuschnupfen bei Hunden und Katzen ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die sich aber glücklicherweise gut behandeln lässt. Mit der richtigen Pflege, Medikamenten und Anpassungen im Alltag können Sie Ihrem Tier helfen, sich wieder wohlzufühlen. Achten Sie auf Symptome, arbeiten Sie mit Ihrem Tierarzt zusammen und passen Sie die Umgebung gegebenenfalls an. So geben Sie Ihrem Hund oder Ihrer Katze die besten Chancen auf einen beschwerdefreien Frühling und Sommer.

Leidet Ihr Haustier an Heuschnupfen? Teilen Sie Ihre Erfahrungen unserem Kundenservice-Team mit oder fragen Sie unseren Tierarzt, Dr. Peter Bracht – wir helfen Ihnen gerne weiter.